In meinen Inspirationen teile ich Impulse und Erfahrungen aus der Arbeit mit Unternehmer:innen in hochemotionalen Konflikten – für mehr innere Klarheit, Regulation und Gestaltungskraft im Führungsalltag.
Vor vier Jahren kam der Mitinhaber eines Familienunternehmens zu mir ins Coaching.
Sein Großvater hatte das Unternehmen in den 60er Jahren aufgebaut. Als später sein Vater und sein Onkel übernahmen, entwickelte sich zwischen ihnen
ein Konkurrenzkampf, der die Unternehmensführung prägte – bis hinein in die dritte Generation, in die Zusammenarbeit mit seinem Bruder und seinen Cousins. Aus wichtigen Entscheidungen wurde ein
ständiges Kräftemessen.
Er selbst wollte ein neues Produkt im Premiumsegment ins Angebot aufnehmen. Doch es kam nie zu einem mehrheitlichen Beschluss. Die dauernden Reibereien belasteten zunehmend auch seine Ehe, weil es kaum noch eine klare Grenze zwischen privatem und geschäftlichem gab. Er fühlte sich innerlich eingeengt und unternehmerisch blockiert – weit entfernt von dem, was er eigentlich aufbauen wollte.
In unserer Zusammenarbeit erkannte er, dass er nicht seinen eigenen Kampf kämpft, sondern den seines Vaters.
Wir haben im ersten Schritt seine mentale und emotionale Verstrickung mit den alten, generationsübergreifenden Konflikten und Rivalitäten tiefenwirksam gelöst. So wurde sein Blick wieder frei, sein Herz wieder offen – und im zweiten Schritt konnte er seine eigene Vision von Unternehmertum entwickeln: ein erfolgreiches Unternehmen, das zu einem erfüllten Leben passt. Im dritten Schritt wurde ihm klar, dass diese Vision nicht im Unternehmen seines Großvaters Wirklichkeit werden kann. Er entschied, seinen Unternehmensanteil an seine Cousins zu verkaufen und sein eigenes Unternehmen zu gründen.
Gesagt, getan.
Letzte Woche trafen wir uns zum Mittagessen.
Er erzählte, dass seine eigene Firma inzwischen sehr gut läuft, er seine Entscheidung nicht bereut und er mit seiner Frau wieder schöne Zeiten
verbringt. Auch seine Cousins haben nach seinem Austritt ihre eigene Vision für das Unternehmen des Großvaters entwickelt: die Produktpalette und den Verkaufsprozesse optimiert, die Umsätze
gesteigert und ein neues Konzept zur Mitarbeiterförderung eingeführt.
Und so wird das Erbe des Großvaters heute auf neue Weise geehrt:
weil die Söhne entschieden haben, die alten Rivalitäten nicht fortzusetzen, sondern ihren ganz eigenen Weg zu gehen.
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„Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß."
Im Märchen hat Rumpelstilzchen eine ungeheure Macht – solange niemand seinen Namen kennt. Es taucht aus dem Nichts auf, fordert, droht und zieht im Verborgenen die Fäden. Niemand scheint es wirklich aufhalten zu können.
Bis die Königin seinen Namen ausspricht. In diesem Moment ist es vorbei: Die Macht löst sich durch das bloße Benennen seines Namens auf.
Genau das erlebe ich in der Arbeit mit Unternehmer:innen in hochemotionalen Konflikten.
Hinter vielen Konflikten steckt etwas, das nie ausgesprochen wurde.
Eine Kränkung, die sich als Sachstreit verkleidet.
Eine Angst, die sich als Angriff zeigt.
Ein Bedürfnis, das nie gehört wurde.
Solange dieses „Rumpelstilzchen" im Verborgenen bleibt, hat es Macht.
Es hält den Konflikt am Leben, auch wenn auf der Sachebene schon alles mehrfach besprochen und „geklärt“ wurde.
Der Wendepunkt ist oft der Moment, in dem das Unausgesprochene einen Namen bekommt.
In dem Moment verändert sich die gesamte Dynamik.
Wo vorher Enge, Spannung und Unklarheit waren, entsteht Öffnung. Beziehungen lassen sich wieder sortieren, Positionen klären und neue Möglichkeiten
werden sichtbar.
Die Energie, die zuvor im verdeckten Konflikt festhing, wird frei für Klarheit, Entscheidungen und unternehmerische Entwicklung.
Rumpelstilzchen ist dann nicht mehr nur der Störer, den man loswerden möchte.
Es wird zum Hinweisgeber: Es zeigt, wo die sensiblen Punkte liegen – und welches persönliche, aber auch unternehmerische Wachstumspotenzial im
Konflikt verborgen ist.
Das ist für mich einer der wirkungsvollsten Wendepunkte in der Konfliktlösung und im Coaching mit Unternehmer:innen:
wenn das „Rumpelstilzchen" des Konflikts endlich einen Namen bekommt – und seine heimliche Macht verliert.
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Leuchtend grüner Weizen, der sich im Wind sanft wiegt. Das strahlende Gelb der unzähligen Rapsfelder. Die Stille am Strand, wenn die Sonne glühendrot im Meer versinkt und der Tag sich verabschiedet. Momente, die einen daran erinnern, was wirklich zählt.
Und dazwischen eine kleine Geschichte, die mich im Herzen berührt hat.
Am Sonntagabend waren wir in Sassnitz. Wir saßen wieder in einem Restaurant, das wir an Ostern entdeckt hatten. Die Gerichte von damals waren so gut gewesen, dass wir genau dasselbe wieder bestellt haben.
Diesmal waren Zubereitung und Qualität der Zutaten allerdings nicht auf dem Niveau wie beim ersten Besuch. Wir hätten einfach zahlen und gehen können. Aber wir wollten dem Inhaber Feedback geben.
Wir haben erklärt, was uns beim letzten Mal so begeistert hatte – und was diesmal fehlte. Keine Verärgerung, kein Rechthabenwollen, kein Drücken auf den Preis. Einfach unsere ehrliche Rückmeldung mit guter Absicht.
Er hat zugehört, unser Feedback angenommen und uns einen Rabatt sowie einen Extrakaffee angeboten, was wir so nicht erwartet hatten.
Als mein Mann dann noch erwähnte, dass er es früher als Hoteleigentümer geschätzt hat, wenn Gäste ihm ehrliches Feedback gegeben haben, weil er nur so wusste, ob und was er verbessern kann, ist etwas Schönes passiert:
Aus dem kurzen Gespräch wurde eine echte Unterhaltung. Der Inhaber erzählte uns von seinen 25 Jahren als Restaurantinhaber, von dem, was ihn antreibt, von den Höhen und Tiefen. Und wir haben zugehört, gelacht und unsere Erfahrungen geteilt.
Wir sind bei ihm jederzeit wieder herzlich willkommen. Und mir wird einmal mehr klar:
Wenn wir mit offenem Herzen und guter Absicht Kritik äußern – ohne Anklage, ohne versteckten Kampf –, strahlen wir etwas aus, das das Gegenüber spüren kann. Verständigung und echte Begegnung werden dann viel eher möglich, wo genauso gut Abwehr hätte entstehen können.
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Drei Sekunden bewusster Genuss können deine geistige Leistungsfähigkeit als Unternehmer:in spürbar erhöhen.
Eine so kleine Minipause wirkt wie ein Reset: Sie holt dich für einen Moment aus belastendem Stress und Overload heraus und bringt dein Nervensystem in Regulation und Entspannung. In diesem Zustand wird kreatives Denken wieder möglich.
Dein Gehirn schaltet vom Dauerfunktionsmodus mit Tunnelblick – in dem du den Wald vor lauter Bäumen manchmal nicht mehr siehst – zurück in einen offenen und kreativen Modus. Klarheit und neue Ideen tauchen wieder auf. Dein linear denkender Verstand muss nicht mehr alles allein leisten, und deine Intuition kann dich wieder klar und sicher von innen heraus führen.
Ganz nebenbei erhöhst du deine Lebensfreude, denn Genießen erzeugt Wohlbefinden und Glücksgefühle. Und das Beste: Es lässt sich mühelos in deinen Alltag integrieren. Du musst nichts zusätzlich tun – außer kurz innehalten und mit einem deiner fünf Sinne für drei Sekunden bewusst zu genießen.
Zum Beispiel:
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Eine langjährige Führungskraft missbrauchte das Vertrauen meines Klienten in erheblichem Maße. Der Fall eskalierte, die außerordentliche Kündigung ging vor das Arbeitsgericht und hielt rechtlich nicht stand. Man einigte sich gütlich und die Wege trennten sich.
Juristisch war der Fall abgeschlossen.
Für meinen Klienten war er das nicht.
Die Sache ging ihm persönlich sehr nach. Er hatte Schwierigkeiten, den Bereich in seinem Unternehmen neu zu besetzen. Das Vertrauen, sich wieder zu öffnen, fehlte.
Im Coaching haben wir diese emotionale Belastung gelöst – die verletzte Vertrauensbasis und die Enttäuschung, die er still mit sich trug. Sodass er
wieder vertrauen konnte.
Heute ist der Bereich neu besetzt – mit jemandem, der wirklich gut passt.
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Als Rechtsanwältin habe ich solche Situationen nicht selten erlebt:
Der Fall war gewonnen, das Urteil gut, der Vergleich fair – und trotzdem blieb etwas zurück.
Kränkung. Enttäuschung. Misstrauen.
Ein innerer Konflikt, der durch das juristische Verfahren nicht befriedet wurde.
Recht kann Ansprüche klären, Verantwortung zuordnen, wirtschaftliche Folgen regeln.
Was es nicht leisten kann: die festgefahrenen emotionalen Dynamiken lösen und die inneren Belastungen eines Konflikts wirklich befrieden.
Aus genau dieser Erfahrung hat sich mein Weg als Coach entwickelt.
Heute begleite ich Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, Konflikte nicht nur auf der Sachebene zu klären, sondern von der Wurzel her
aufzulösen.
Denn entscheidend ist am Ende nicht, ob ein Rechtsstreit gewonnen oder verloren wurde.
Entscheidend ist, ob wir aus einem Konflikt innerlich befriedet hervorgehen –
und wieder unternehmerisch frei gestalten können.
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Wenn ich durch den Wald oder über Felder laufe, wird es still in mir.
Kein Handy, kein Podcast, keine E‑Mails. Nur die Sonne, der Wind, die Vogelstimmen und der Geruch von frischer Erde oder Blüten.
Ich bin fast jeden Tag mindestens eine halbe Stunde draußen in der Natur.
Diese Zeit ist für mich ein festes Ritual: ein achtsamer Spaziergang, der mich immer wieder in meinen Grundzustand von innerer Ruhe und Klarheit
zurückführt.
Diese achtsame Wahrnehmung in der Natur wirkt wie ein sanfter System‑Reset.
Sie schafft Abstand zu nachhallenden Gesprächen, Problemen und inneren Auseinandersetzungen. Mein Nervensystem schaltet auf Regeneration.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass schon 20–30 Minuten bewusster Aufenthalt in der Natur Stresshormone wie Cortisol senken, Blutdruck und Herzfrequenz regulieren und das Nervensystem messbar beruhigen. Gleichzeitig werden Bereiche im Gehirn aktiviert, die mit Aufmerksamkeit und Kreativität zu tun haben. Anders gesagt: Die Natur hilft uns nicht nur, „runterzukommen“, sondern schafft auch die Bedingungen dafür, klarer zu denken und stimmigere Entscheidungen zu treffen.
In diesem entspannten, aber hellwachen Zustand fügen sich meine Gedanken neu zusammen.
Oft tauchen dann wie nebenbei Inspirationen auf – eine Idee, eine klare Entscheidung, der nächste Schritt.
Die Natur erinnert mich somit jeden Tag daran:
Ruhe und Klarheit sind kein Luxus, sondern die Grundlage dafür, dass neue Impulse und Wege überhaupt entstehen können.
Vielleicht schenkst du dir in den kommenden Tagen genau dafür eine bewusste halbe Stunde in der Natur.
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